Sekretariat für Frühe Neuzeit und Geschichte und ihre Didaktik geschlossen | 24.3.-7.4.
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Doktorand in der Mittelalterlichen Geschichte
Die Praxis der Bischofserhebung im römisch-deutschen Reich (11.-13. Jahrhundert)
Das Dissertationsprojekt untersucht die konkrete Praxis der Bischofserhebung im hochmittelalterlichen römisch-deutschen Reich. Während die normative Betrachtung der Erhebungsprozesse innerhalb der Forschung eine lange Tradition hat und neuere Studien vorgelegt wurden, gilt dies nicht für die Erhebungspraxis der Reichsbischöfe vom 11. bis 13. Jahrhundert. Dieses Forschungsdesiderat erfordert eine systematische Untersuchung der einzelnen Fälle von Bischofserhebungen in allen nordalpinen Erzdiözesen und ihren Suffraganbistümern.
Im Zentrum der Untersuchungen steht die Frage nach Entwicklungslinien und Kontinuitäten. Das Projekt möchte analysieren, inwiefern lokale Veränderungen in der Praxis vorbildhaft auf die normativen Entwicklungen gewirkt haben können. Es widmet sich interdisziplinär und multiperspektivisch den lokalen Kontexten und spürt dort der heterogenen Praxis, den Akteuren und ihren Funktionen nach, um so ein Verständnis für die Entwicklung der Bischofserhebungspraxis zu erlangen. Am Ende steht der Vergleich von Norm und praktischer Umsetzung in den Ortskirchen und eine Neubewertung, die über das unspezifische clerus et populus-Ideal hinausgeht.