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Prof. Dr. Hélène Miard-Delacroix (Paris): Im Wechselbad der Gefühle. Was das Jahr 1989 über die Wahrnehmung des Wandels lehrt | Maurice Halbwachs-Lectures


03Jun

16:15 – 17:45 Uhr

O.06.22 / Hörsaal 18


Im Wechselbad der Gefühle. Was das Jahr 1989 über die Wahrnehmung des Wandels lehrt

Das Jahr 1989 bleibt in unserem Gedächtnis untrennbar mit dem Fall der Berliner Mauer verbunden. Doch weltweit kam es in diesem Jahr zu zahlreichen weiteren Umbrüchen, die wir als Zuschauer miterlebten. Wie reagierte man in der Bundesrepublik und in Frankreich auf das Massaker an den chinesischen Studierenden auf dem Tian’anmen-Platz im Frühjahr, auf die friedlichen Revolutionen in der DDR und in Osteuropa im Sommer und Herbst sowie auf den Sturz des tyrannischen Regimes des Rumänen Ceaușescu im Winter?

Die Wahrnehmung der uns umgebenden Welt und der Umbrüche, die uns mehr oder weniger direkt betreffen, wird ebenso von Emotionen geprägt wie von einem vernünftigen und reflektierten Verständnis der Ereignisse und ihrer Zusammenhänge. In diesem Vortrag zeichnet Hélène Miard-Delacroix ein bewegendes Jahr nach und zeigt Ansätze auf, die Rolle der Emotionen in den Reaktionen auf Wandel besser zu verstehen.

Hélène Miard-Delacroix ist Professorin für Deutschlandstudien mit Schwerpunkt Neuere und Neueste Geschichte an der Pariser Sorbonne Université. Sie forscht über die Geschichte der Bundesrepublik, der deutsch-französischen Beziehungen und die Rolle der Emotionen in den internationalen Beziehungen im 20. und 21. Jahrhundert. Sie ist Beiratsmitglied von zahlreichen deutschen Forschungsinstitutionen und wurde mit mehreren Forschungspreisen geehrt.

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